Werkfeuerwehr Firma MOHN Media Gütersloh

Jörg NaumannGroßbildansicht

Leiter der Werkfeuerwehr Fa. MohnMedia, Gütersloh

Jörg Naumann
Carl-Bertelsmann-Str. 161 m
33311 Gütersloh

Tel.: 05241 - 80 5303
E-mail: geschützte E-Mail-Adresse als Grafik


Fuhrpark und Mannschaft Werkfeuerwehr MohnMediaGroßbildansicht

 

Fahrzeuge sowie Löschzugbesatzung der Werkfeuerwehr MOHN Media


Der Fuhrpark:

  • ELW: Audi A6 Avant, 121 KW, Bj. 1998
  • VLF: MB 230 GE, 90 KW, Bj. 1988, Aufbau Gloria-Werke
  • LF 8/6: IVECO Magirus FF 75 E, 100 KW, Bj. 1995
  • TLF 16/25: MB 1222/Ziegler, Bj. 1988
  • KLF: Mercedes Benz Sprinter (D), 115 KW, Bj. 2003, Umbau für Hubschrauberlandungen (250 kg Pulverlöschanlage und tech. Gerät)
  • MTW: Opel Vivaro (D), 99 KW, Bj. 2004
  • Anhänger: Bj. 1999

Die Werkfeuerwehr MOHN Media ist am Unternehmensstandort Gütersloh für den Brandschutz von zahlreichen Produktions- und Verwaltungsgebäuden und die Sicherheit von insgesamt 4.300 Menschen zuständig.

In ihren Verantwortungsbereich fallen unter anderem die Produktionsstätten von MOHN Media, Sonopress und TOPAC sowie die Bertelsmann-Stiftung und die Hauptverwaltung der Bertelsmann AG. Neben den Produktions-, Lager- und Verwaltungsgebäuden werden von der WF auch 2 Hubschrauberlandeplätze bei Starts und Landungen betreut.

Die Werkfeuerwehr hat 62 aktive Mitglieder, davon 9 hauptberufliche und 16 Mitglieder befinden sich in der Ehrenabteilung.

MOHN Media, die größte Offset-Druckerei Europas, ist als Tochterunternehmen der Arvato AG ein Teil des Bertelsmann-Konzerns. Zum Konzern gehören ca. 600 Firmen mit etwa 82.000 Mitarbeitern in 56 Ländern..

Im Januar 1959 wurde auf Wunsch der Geschäftsleitung von Mohndruck eine Betriebsfeuerwehr gegründet. 1976 erfolgte die offizielle Anerkennung als Werkfeuerwehr. Das Unternehmen, das sich in der Zwischenzeit zu einem international tätigen Mediendienstleister gewandelt hat, firmiert heute unter dem neuen und modernen Namen MOHN Media.

Nach einem Großbrand im Jahre 1979 wurde auf dem gesamten Technikgelände durch Umbauarbeiten und zur Sicherung des Betriebes eine Brandmeldeanlage (BMA) UGM 2020 der Firma Bosch-Telecom in Verbindung mit einer ständig besetzten Leitstelle installiert. Hier laufen heute ca. 20.000 automatische Melder, ca. 900 Handmelder und diverse Hausalarme über technische Störungen, wie z.B. Klima und Druckluft auf. In der Leitstelle, die unter dem Funkrufnamen "Florian Gütersloh 14" auf dem BOS-Funk zu erreichen ist, laufen alle Meldungen über Brände, Notfälle und sonstige Unglücksfälle ein.

Im Jahre 2004 wurden von der Werkfeuerwehr 388 Einsätze geleistet. Brände gab es 23, vom Waschmaschinen- über den LKW- bis zum Druckmaschinenbrand.

Außerdem wurden noch 162 Rettungseinsätze koordiniert. (Stand 01.02.2005)


SprinterGroßbildansicht

Neubeschaffung

Im Mai 2003 wurde für die Werkfeuerwehr ein neues Fahrzeug beschafft, um die beiden firmeneigenen Hubschrauberlandeplätze zu betreuen. Da ein Fahrzeug mit Allrad beschafft werden musste, fiel die Wahl auf einen Mercedes-Benz Sprinter, Fahrgestell Steyr, der in Gütersloh bei der Firma Power Systems Siekmannn GmbH nach den Wünschen der Werkfeuerwehr umgebaut wurde.

Da es sich bei den landenden Maschinen auch um "Schwergewichte" handelt, so z. B. der Super Puma des Bundesgrenzschutzes, oder der firmeneigene Sikorsky 76S, wurde durch die Luftaufsichtsbehörde Münster ein Spezialfahrzeug gefordert, dass bei den ca. 240 Starts und Landungen im Jahr den Brandschutz auf den Hubschrauberlandeplätzen sicher stellt. Das KLF verfügt über eine im Heck eingebaute 250 kg Pulverlöschanlage, sowie weitere Löschmittel, Atemschutzgeräte, ein hydraulisch betriebenes Rettungsgerät sowie diverse Rettungskoffer und einen Frühdefibrillator. Außerdem sind neben den feuerwehrüblichen 2m -und 4m-Geräten auch ein seperates Gerät für den Flugfunk eingebaut. Im Regelfall besetzen 2 Feuerwehrleute dieses Fahrzeug, die auch eine spezielle Flugleiterausbildung erhalten haben, unter anderem am Flughafen in Paderborn. Dazu gehört natürlich auch eine gesonderte Erste-Hilfe-Schulung, die auch den Gebrauch von Defibrillatoren beinhaltet.


Bulli und LSTGroßbildansicht
Eine ganz neue Anschaffung ist der Opel Vivaro 2.5 CDTI, der im Oktober 2004 als MTW für die Werkfeuerwehr MOHN Media beschafft wurde. Der seit 1988 diensttuende Ford Transit wurde damit in den Ruhestand geschickt. Auf diesem Fahrzeug sowie auf dem KLF im darüberliegenden Bilderblock ist schon die neue auffällige Kennzeichnung der Seitenflächen zu sehen, mit der demnächst alle Fahrzeuge der Werkfeuerwehr MOHN Media beschriftet werden, um so ein einheitliches Auftreteten zu gewährleisten. Design und Montage der Klebefolie erfolgte durch die ansässige Gütersloher Firma declaro Werbetechnik. Weitere Fotos zeigen Teile des Gerätehauses der Werkfeuerwehr MOHN Media, sowie die an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzte Leitstelle, in der alle Notrufe, Brandmeldungen und technische Meldungen auflaufen. Die Luftbildaufnahme zeigt das unmittelbare Firmengelände rechts und links der Carl-Bertelsmann-Straße, für die die Werkfeuerwehr in erster Linie verantwortlich ist. Dazu kommen noch einige Außenobjekte und angemietete Lager.

Gruppenfoto Tagesseminar

Mit Feuerlöschern gegen die Flammen:

Gehörlose Mitarbeiter üben den Notfall

Gütersloh, 23.03.2005

"Jeder Mitarbeiter muss in der Lage sein, in Notfällen zu handeln", betonte der stellvertretende Leiter der MOHN Media Werkfeuerwehr, Jörg Naumann gegenüber seiner Schulungsgruppe, die sich erstmalig aus neun gehörlosen und schwersthörigen Bertelsmann-Mitarbeitern zusammen setzte. Als gemeinsame Initiative der Konzernschwerbehindertenvertretung und der Werkfeuerwehr MOHN Media wurde die ungewöhnliche Schulung durchgeführt, bei der nicht nur der Umgang mit dem Feuerlöscher, sondern auch Erste-Hilfe-Maßnahmen bei medizinischen Notfällen geübt wurden. So sollte unter anderem die Angst der Mitarbeiter vor dem Drücken des Notfallknopfes genommen werden. "Bei der Glasscheibe vor dem Knopf denkt jeder zunächst einmal an die eigene Verletzungsgefahr", erklärte Jörg Naumann, dessen Erläuterungen stets von einer Gebärdendolmetscherin übersetzt wurden. Da gehörlose Menschen aber nicht einfach einen Hilferuf per Telefon absetzen können, da sie nicht mitbekommen ob sie eine Verbindung haben, ist der Druckknopfmelder das Hilferufsystem der ersten Wahl. Nach einem gelungenen Praxistest, der mit erstaunten Blicken der Schulungsteilnehmer quittiert wurde, wurde deutlich wie einfach und unproblematisch die kleine Scheibe einzudrücken ist.

Jörg Naumann vermittelte zunächst theoretische Kenntnisse über Brandschutz und Gefahrenabwehr, dabei ging es auch um das richtige Verhalten bei Räumungsübungen und Gebäudeevakuierungen. Danach wurde es am Nachmittag "brenzlig". Vor der Feuerwache der Werkfeuerwehr wurde ein Übungsfeuer entzündet, das mit Hilfe von verschiedenen Feuerlöschern durch Einsatz von Wasser, Kohlendioxid oder Pulver gelöscht werden sollte. Zunächst wurde die Handhabung des Feuerlöschers erklärt und nachdem die Gebärdendolmetscherin die Anleitung für die gehörlosen Mitarbeiter übersetzte, hatte jeder Schulungsteilnehmer die Gelegenheit die erworbenen Kenntnisse umzusetzen.

"Uns ist es wichtig, dass die Mitarbeiter ihre Zurückhaltung verlieren und sicherer werden im Umgang mit Notfällen - vor allem auch zu ihrer eigenen Sicherheit", erläuterte der Konzernschwerbehindertenbeauftragte Knut Weltlich, der das Geschehen aktiv begleitete. Im dritten Teil der eintägigen Schulung lud Betriebsarzt Sebastian Köhne die Teilnehmer zu einem Erste-Hilfe-Kurs für wirkungsvolle Maßnahmen bei medizinischen Notfällen ein. Da sich ein gehörloser Mitarbeiter nur schwer am Telefon verständlich machen kann, war für die Mitarbeiter vor allem interessant, dass zum Beispiel auch im Falle einer plötzlichen Ohnmacht eines Kollegen der Notfallknopf gedrückt werden sollte. "Dieser ist überall lokalisiert und die Einsatzkräfte wissen dadurch sofort, wo ein Notfall vorliegt", berichtete der Betriebsarzt. Auch für einen Notfall innerhalb der Bereiche ist vorgesorgt: Für gehörlose Mitarbeiter, die vornehmlich allein in einem Raum arbeiten, wurde eigens eine Lichtmelde-Anlage installiert. Am Ende der Schulung zeigten sich die Teilnehmer sehr zufrieden. "Ich bin sicher, dass die Gruppe jetzt nicht nur für den Ernstfall gewappnet ist", so der Schwerbehindertenvertreter, "sondern vor allem auch im Umgang mit Notfällen ein ganzes Stück selbstsicherer geworden sind." Jörg Naumann zog nach dem Seminar ein Fazit: "Wir schulen im Jahr um die 400 Mitabeiter im Gebrauch von Handfeuerlöschern und erläutern dabei das Verhalten im Gefahrenfall, trotzdem war dieses Seminar eine echte Premiere. Die große Begeisterung zu sehen, sowie die Ernsthaftigkeit, mit der alle an das Tagesseminar herangegangen sind, zeigt deutlich, wie wichtig es ist auf die speziellen Nöte und Schwierigkeiten unserer gehörlosen Mitarbeiter einzugehen."